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LOS-Projekt: 14.08.2006 - 13.04.2007

Die Initiative "Historisches Handwerk" plante in der Kulturfabrik Neukirchen, welche einst eine Textilfabrik war, eine historische Fertigungslinie der Textilindustrie. Die 50 ProjektteilnehmerInnen (davon 32 weiblich, 18 männlich) beschäftigten sich innerhalb des Projektes nicht nur mit den Werkmaschinen, sondern auch mit der regionalen Geschichte der Textilindustrie. Sie erarbeiteten sich ihr Wissen gemeinsam mit den Experten durch Unterlagen und Besuchen von Museen und fachspezifischen Schriften zum Thema. Außerdem befragten sie ehemalige Textilarbeiter und Fabrikbesitzer zu Produktion und Herstellung bzw. den verschiedenen Techniken der Textilindustrie. Begonnen wurde allerdings mit der Enntrümpelung der Räumlichkeiten in der Kulturfabrik Neukirchen, die für das "Museum" genutzt werden sollten. Zusammen mit den Anleitern wurden die Räume ausgeräumt, verputzt und gemalert, die Böden instand gesetzt. 

Dafür waren die TeilnehmerInnen, unter Aufsicht, für das Vermessen, die Materialbestellung und den Einkauf allein verantwortlich. Dieser Vorgang mußte aber abgebrochen werden, da es eine Auflage gab, dass die geplante Holztür durch eine genormte Brandschutztür ersetzt werden sollte. Diese Aufgabe lag allerding im Ermessen des Vermieters der Kulturfabrik Neukirchen und mußte daher auch durch ihn gewährleistet werden. So übernahmen die TeilnehmerInnen in der Zwischenzeit die Aufarbeitung der Fenster in den vorgesehenen Räumen. Diese wurde abgeschliffen und neu gestrichen, aber auch neues Glas wurde von den TeilnehmerInnen eingesetzt. Auch diese Aufgaben übernahmen sie nach kurzer Anleitung in Eigenverantwortung. Nach diesen Umbau- und Aufräumaktionen begannen die Arbeiten an den Textilmaschinen.

 

 

 

Zuerst wurden die Maschinen an ihrem ehemaligen Standort von den TeilnehmerInnen unter fachlicher Aufsicht, mit dem Besitzer zusammen, ordnungsgemäß zerlegt und die Einzelteile chronologisch sortiert und beschriftet. Dies erleichterte den Zusammenbau am späteren Standort, sowie die Kontrolle, ob alle Einzelteile auch Sachgerecht im "Museum" ankamen. Im "Museum" angekommen, begannen die Reinigungs- und Reparaturarbeiten an den einzelnen Maschinenteilen. Dazu wurden Recherchen im Internet angestellt, um Ersatzteile und Austauschstücke beschaffen zu können, bzw. Wartungsarbeiten selbständig durchführen zu können. Nacheinander wurden dann die gereinigten und reparierten Teile wieder zu den ursprünglichen Werksmaschinen zusammengesetzt werden. Das dauerte natürlich seine Zeit, da die TeilnehmerInnen den Zusammenbau zum Großteil in Eigenregie und nach selbständigen Bauanleitungen durchgeführt haben. Ziel war es, die Genauigkeit und Zuverlässigkeit der TeilnehmerInnen zu schulen und sie zur Eigeninitiative zu motivieren.

So entstanden nacheinander eine funktionsfähige Spulmaschine, Strickmaschine und eine Zuschnitt-Tafel. Die so entstandene Fertigungslinie kann als Schulungsobjekt auf der Basis der unveränderten Grundtechnologien genutzt werden. Die TeilnehmerInnen schafften somit ein Museum mit alten Textilmaschinen, bei denen Gäste und andere interessierte Zuschauer die einzelnen Produktionsabschnitte genau beobachten und nachvollziehen können. Dieses Textilmuseum kann zukünftig auch für SchülerInnen und andere interessierte Jugendliche und Gäste genutzt werden, um die fast vergessene Handwerkstechnik der Textilindustrie kennenzulernen und zu erleben. Auch Selbstversuche an den Maschinen werden unter Anleitung zukünftig möglich sein, sofern die TeilnehmerInnen ihr bestehendes Interesse an der weiteren Mitarbeit aufrechterhalten und sich durch weitere eigene Recherchen mit dem Thema und den Maschinen befassen und sich weiteres Wissen dazu aneignen.

gefördert mit Mitteln von: